Was war und was ist – 20 Jahre Dokumentarfotografie Förderpreise

Zwanzig Jahre Dokumentarfotografie Förderpreise der Wüstenrot Stiftung bot nicht nur Anlass zu feiern, sondern auch Bilanz zu ziehen: Seit 1994 haben über 40 talentierte junge Fotografinnen und Fotografen diese Auszeichnung der Stiftung erhalten – ein Arbeitsstipendium, das ihnen den Einstieg in die künstlerische Laufbahn erleichtern sollte. Nach zwei Jahrzehnten war es also an der Zeit, die künstlerische Entwicklung der ehemaligen Stipendiat/innen zu sichten. In der Ausstellung „Was war und was ist. Dokumentarfotografie Förderpreise der Wüstenrot Stiftung. Neue Arbeiten der Preisträger“, die vom 8. März bis 15. Juni 2014 im Museum Folkwang Essen gezeigt wurde, präsentierten siebzehn Preisträger/innen aktuelle Werke. Die Arbeiten lassen sich nach drei thematischen und einer formal-strategischen Kategorie gruppieren: So beschäftigen sich Christian von Steffelin, Chris Durham, Matthias Koch, Kirill Golovchenko, Andreas Thein und Margret Hoppe mit historischen Prozessen und ihrem manifesten Erbe, sei es architektonisch oder in anderer Gestalt in unserer Lebenswelt sich zeigend. Zwischen den Kulturen bewegen sich die Projekte von Maziar Moradi und Espen Eichhöfer sowie die von Andrea Diefenbach, Ulrich Gebert, Wolfgang Müller und Kim Sperling, wobei die letztgenannten vier ihren Blick auf das Thema Arbeitsmigration fokussieren. Sibylle Fendt, Verena Jaekel und Linn Schröder setzen sich mit persönlichen, existentiellen Beziehungen auseinander. Und schließlich begeben sich Frank Breuer und Tobias Zielony auf die Suche nach einer Erneuerung oder Erweiterung der Form.

In den vergangenen Jahren hat das Fotobuch als das Medium, in dem künstlerische Fotografie sichtbar wird, einen Boom erfahren. Kein Festival für Fotografie, das nicht inzwischen mit einem Marktplatz für Fotobücher aufwartet; und daneben etablieren sich eigene Fotobuch-Messen und -Veranstaltungen. Auch viele ehemalige Stipendiat/innen der Wüstenrot Stiftung publizieren ihre fotografischen Projekte in Buchform, und so wurde dieses Medium auch in der Jubiläumsausstellung „Was war und was ist“ besonders gewürdigt.

Die Ausstellung zeigte ein Nebeneinander unterschiedlicher Sichtweisen und Bildsprachen, das die Vielfalt der formalen Herangehensweisen innerhalb der zeitgenössischen Fotografie deutlich machte und einen guten Einblick in die gegenwärtige Produktion geben konnte.

Projektlaufzeit:2012 – 2014
Kooperationspartner:Museum Folkwang, Essen