Gestaltungspreis 2006: Umbau im Bestand

GP_UIB (Foto © Wüstenrot Stiftung)

„Umbau im Bestand“ ist das Thema des siebten Gestaltungspreises der Wüstenrot Stiftung, der im Jahr 2006 unter Schirmherrschaft des Bundesministers für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, ausgelobt wurde. Die Erneuerung und Modernisierung des Gebäudebestandes gehört zu den wichtigsten Bauaufgaben in Deutschland. Der Druck zu Umbau und Anpassung vorhandener Gebäude wächst, nicht zuletzt aufgrund veränderter gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und daraus resultierender Erfordernisse im Hinblick auf neue Nutzungen und eine verbesserte Energieeffizienz.
Die Bedeutung dieser Bauaufgabe wird durch die Resonanz bestätigt, die der Gestaltungspreis der Wüstenrot Stiftung hervorgerufen hat: 973 Einsendungen aus ganz Deutschland stellen nicht nur eine rekordverdächtige Beteiligung dar, sondern schaffen zugleich eine aktuelle und breite Übersicht zu diesem Thema.

Eine unabhängige Jury hat unter dem Vorsitz von Prof. Peter Kulka in mehreren Sitzungen, zwischen denen die Gebäude der „Engsten Wahl“ vor Ort besichtigt wurden, über die Vergabe des Gestaltungspreises und der Preisgelder in Höhe von insgesamt 60.000 Euro entschieden.

Gestaltungspreis 15.000 Euro

Der mit 15.000 Euro dotierte Gestaltungspreis wurde für den Rück- und Umbau der Dornbusch Kirche in Frankfurt am Main durch die Architekten Meixner Schlüter Wendt aus Frankfurt vergeben. Damit würdigt die Jury die vorbildliche Lösung einer Aufgabe, die aufgrund der demographischen und gesellschaftlichen Veränderungen in vielen Städten und Gemeinden ansteht.

Auf welche Weise die Architekten die Herausforderung einer zukunftsgerichteten Anpassung und Neugestaltung dieses Kirchengebäudes von 1960 gemeinsam mit der Kirchengemeinde gemeistert haben und mit welchen Mitteln dadurch eine neue, hohe innenräumliche Qualität in Verbindung mit einer verbesserten städtebaulichen Einbindung geschaffen wurde, das verdient nach Auffassung der Jury der Wüstenrot Stiftung den ersten Preis in diesem Wettbewerb.

Vier Auszeichnungen zu je 7.500 Euro

Als zweite Preiskategorie wurden vier Auszeichnungen zu je 7.500 Euro vergeben:

  • Für den Umbau und die Erweiterung des Hessischen Staatstheaters in Darmstadt durch die Architekten Lederer, Ragnarsdóttir, Oei aus Stuttgart.
  • Für den Umbau und die Aufstockung des ehemaligen Friedrichsgymnasiums in Berlin durch David Chipperfield Architects aus Berlin.
  • Für den Umbau des Wohnhauses Gerl in Gräfelfing (bei München) durch Florian Nagler Architekten aus München.
  • Für den Umbau einer ehemaligen Trafo-Station in das Galeriehaus ads 1a in Köln durch Bernd Kniess Architekten aus Köln.

Sechs Anerkennungen zu je 2500 Euro

In der dritten Preiskategorie wurden sechs Anerkennungen zu je 2.500 Euro vergeben:

  • Index Architekten aus Frankfurt für die Aufstockung des Kulturbunkers im Frankfurter Osthafen.
  • Die Berliner Architekten Augustin und Frank für die Aufstockung der Remise Schlesische Straße in Berlin-Kreuzberg.
  • Stefan Forster Architekten (Frankfurt) für den Rückbau eines Plattenbaus zu Stadtvillen in Leinefelde.
  • Der Architekt Johannes Götz (Köln) für den Umbau des Wohnhauses Berger/Gebhart in Köln.
  • Das Architekturbüro Knerer + Lang aus Dresden für den Umbau eines Plattenbau-Ensembles in Dresden.
  • See Architekten (Dresden) für den Umbau eines Wasserfahrzentrums in Dresden-Blasewitz.

Der alle zwei Jahre bundesweit ausgeschriebene Gestaltungspreis der gemeinnützigen Wüstenrot Stiftung gehört nach der Anzahl der Einsendungen und nach der Höhe der Preissumme zu den großen Architekturwettbewerben in Deutschland. Mit den regelmäßigen Preisverleihungen zu wechselnden Themen auf dem Gebiet des Planens, Bauens und Wohnens versucht die Wüstenrot Stiftung wirksame Impulse für die Gestaltung der gebauten Umwelt zu geben und die Politik und Öffentlichkeit auf beispielhafte Problemlösungen aufmerksam zu machen.