Teilhabe-Atlas Deutschland

Foto: Stefan Krämer © Wüstenrot Stiftung

Foto: Stefan Krämer © Wüstenrot Stiftung

Gleichwertige Lebensverhältnisse in möglichst allen Regionen in Deutschland – dieser Anspruch scheint aktuell kaum noch erreichbar. Die Entwicklung in strukturschwachen Gebieten oder Quartieren, die eine geringe wirtschaftliche Dynamik aufweisen, unterscheidet sich eher zunehmend von der in prosperierenden Regionen. Hier haben offenbar immer mehr Menschen den Eindruck, dass die Politik ihre Sorgen und Nöte nicht mehr hört und dass ihre Region von der insgesamt erfolgreichen Entwicklung „abgehängt“ wird.

Gleichwertige Lebensverhältnisse bedeutet nicht, dass es in allen Regionen genau die gleichen Verhältnisse, Infrastrukturausstattung oder Angebotsstruktur geben muss. In einer demokratischen Gesellschaft haben im Idealfall jedoch alle Bürger/innen vergleichbare Chancen, am öffentlichen Leben teilzunehmen – möglichst unabhängig von ihren finanziellen Möglichkeiten oder von ihrem Wohnort.

Gelingt dies in Deutschland noch überall in einem ausreichenden Umfang? Oder gibt es tatsächlich immer mehr Landstriche oder Quartiere, in denen die Bewohner/innen geringere Teilhabechancen als in anderen Regionen haben? Bisher werden räumliche Unterschiede vor allem kleinräumig diskutiert, beispielsweise zwischen verschiedenen städtischen Quartieren. Der Fokus liegt dabei oft auf der Qualität der Schulen oder der Dichte an verfügbarer Infrastruktur.

Doch wie sieht es bei einem erweiterten Vergleich der Regionen und Kreise in Deutschland aus? Unterscheiden sich die Möglichkeiten auf gesellschaftliche Teilhabe je nachdem, ob der Wohnort in einer ländlichen Region, in einem Ballungszentrum, im Osten oder im Süden der Republik liegt? Und welche Unterschiede zeigen sich auch innerhalb einzelner Regionen? Hat die räumliche Dimension heute in Deutschland einen größeren Einfluss darauf, wie stark Menschen an der Gesellschaft teilhaben können, als es mit dem Anspruch auf gleichwertige Lebensverhältnisse vereinbar ist?

Das Projekt

Die Wüstenrot Stiftung hat das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung mit einer explorativen Studie zu diesen Fragen beauftragt. Ziel ist in einem ersten Schritt der Versuch, eine Art von „Teilhabe-Atlas“ zu erstellen. Zu prüfen ist dafür die Frage, in welchem Umfang es gelingen kann, auf der Grundlage von leicht verfügbaren Daten und Informationen die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Teilhabechancen in den Landkreisen und kreisfreien Städte aufzuzeigen. Darauf aufbauend ist dann in einem weiteren Schritt vorgesehen, diese Erkenntnisse mit vertiefenden Untersuchungen zu ergänzen, um daraus dann gezielte Handlungsoptionen für Politik und Gesellschaft ableiten zu können.

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
seit 2017Auftragnehmer: Dr. Reiner Klingholz, Manuel Slupina, Theresa Damm, Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, Berlin