Wohnvielfalt

Gemeinschaftlich wohnen – im Quartier vernetzt und sozial orientiert

Projekt Kalkbreite, Zürich (Foto: Stefan Krämer © Wüstenrot Stiftung)

Projekt Kalkbreite, Zürich (Foto: Stefan Krämer © Wüstenrot Stiftung)

„Bezahlbarer Wohnraum in den Städten“ ist auf der Agenda der öffentlich und politisch diskutierten Fragen zur Stadtentwicklung in den letzten Jahren rasant nach oben gestiegen. Auf Schlagworte wie Gentrifizierung, Mietenexplosion oder Verdrängung wird im Kontext steigender Attraktivität und der Nachfrage nach städtischem Wohnen mit schnellen Vorschlägen, wie Mietenbegrenzung oder einer Stärkung sozial orientierter Wohnraumbelegung reagiert.

Frühere politische Ansätze der sozialen Wohnungspolitik mit einer korrigierenden und steuernden Funktion stoßen in Zeiten demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandels an ihre Grenzen. Zu gering sind die finanziellen Möglichkeiten, die personellen, administrativen Ressourcen und das Reservoir  an präventiven, kooperativen Konzepten und Strategien. Zu uneinheitlich gestaltet sich zudem der von steigendem Wohnungsmangel in Wachstumsstädten bis zu dauerhaften Wohnungsleerständen  in  Schrumpfungsregionen  reichende Wohnungsmarkt.

Die Publikation

Die 2017 erschienene Publikation „Wohnvielfalt. Gemeinschaft- lich wohnen – im Quartier vernetzt und sozial orientiert“ ist das Ergebnis des Forschungsprojekts zur sozialen und quartiers- bezogenen Orientierung von gemeinschaftlich oder genossenschaftlich organisierten Wohnprojekten, durchgeführt im Auftrag der Wüstenrot Stiftung von Prof. Susanne Dürr und  Dr. Gerd Kuhn. Die Wohnprojekte stellen im Kontext der umrissenen Entwicklungen neue Formen sozialer, ethnischer und generativer Mischung her und leisten damit wichtige Impulse zum Aufbau und zur Stabilisierung von Nachbarschaften in den Wohnquartieren.

Die Publikation beginnt mit der Analyse von zwölf gemeinschaftlichen Wohnprojekten. Durch eine systematische Gegenüberstellung werden in den Kapiteln Stadt, Raum, Programm und Organisation allgemeingültige Thesen abgeleitet.

Als ein Ergebnis aus dem Forschungsprojekt wird der Blick auf die unterschiedlichen Dimensionen der Quartiersvernetzung und Nachbarschaftsbildung gemeinschaftlicher Wohnprojekte gerichtet. Nicht Abschließung, sondern Öffnung ist die neue Qualität dieser Pionierprojekte gemeinschaftlichen Wohnens und Lebens. Sie wollen individuelles Leben ermöglichen, aber auch neue Formen der Gemeinschaft.

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
2014 – 2017Auftragnehmer: Prof. Susanne Dürr, Dr. Gerd Kuhn