Promotionsstipendien

Schwerin, KfZ-Instandsetzungsbetrieb

Ehemaliger KfZ-Instandsetzungsbetrieb „Vorwärts“ in Schwerin, ein Untersuchungsobjekt der Stipendiatin Jessica Hänsel (Foto © LAKD M-V, LD, A. Bötefür)

Seit über 20 Jahren engagiert sich die Wüstenrot Stiftung im Rahmen ihres Denkmalprogramms für den Erhalt und die zukunftsfähige Nutzung herausragender Baudenkmale in Deutschland. Seit 2010 liegt der Schwerpunkt im Denkmalprogramm auf Projekten aus der Zeit von 1945 bis 1980. Dieser große Baubestand von Architektur der Nachkriegsmoderne wird in der Öff entlichkeit kontrovers diskutiert. Noch fehlt es – auch aufgrund mangelnder Kenntnis der zur Entstehungszeit neuen sozialen und städtebaulichen Rahmenbedingungen – an Verständnis für diese vergleichsweise jungen Bauten. Diese bringen jedoch in Material, Konstruktion und Form den Optimismus eines kulturellen Neubeginns nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zum Ausdruck.

Experten/innen der Architektur, der Bau- und Kunstgeschichte sowie der Denkmalpfl ege stehen vor der dringenden Herausforderung, über den Umgang mit diesem Baubestand, seinen potenziellen Denkmalwert und die Strategien seiner Erhaltung und Nutzung nachzudenken. Auch in Hinblick auf die Entwicklung praktisch anwendbarer exemplarischer Konzepte.

Für diese Aufgaben braucht es hoch qualifi zierten wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Wüstenrot Stiftung fördert
diesen seit 2015 durch die Auslobung von Promotionsstipendien. Bis Ende 2017 wurden von einer mit Vertretern/innen der Wüstenrot Stiftung besetzten Fachjury insgesamt sechs Promotionsstipendiaten/innen ausgewählt.

Bisherige Stipendiatinnen und Stipendiaten

Maike Streit

Projekt

„Das Auge baut mit. Eine Untersuchung zur medialen Repräsentation zeitgenössischer Architekturkonzepte der 1960er und 1970er Jahre“

Bildmedien sind die wesentlichen Werkzeuge visueller Vermittlungsstrategien. Dies gilt auch für die Architektur, vor allem dann, wenn Medien auf Architektur und die ihr zu Grunde liegenden Konzepte hinweisen. In den 1960er und 1970er Jahren vollziehen sich markante Wandlungen der Architekturästhetik während sich zeitgleich eine massive Wirkungssteigerung visueller Medien entwickelt.

Maike Streit untersucht in ihrer neu begonnenen Dissertation – an der Schnittstelle zwischen Architekturgeschichte, Bildwissenschaft und Medienwissenschaften – das Bildernetz welches die Architektur der 1960er und 1970er Jahre umgibt. Das Projekt befasst sich im Wesentlichen mit der systematischen Frage, wie Architektur in den Blickwinkel von Gesellschaftsästhetik gerät und mit welchen Vermittlungsstrategien dies erfolgt. Das Aufzeigen eines Bedeutungswandels ikonographischer Entwicklungen der Architekturproduktion in der Zeit der sogenannten Nachkriegsmoderne spielt für das Projekt eine wesentliche Rolle. Die Kunst der Architektur der Nachkriegsmoderne ist in ihrer Ideenwelt zu finden. Das Abbilden dieser Ideenwelt untermauert den Wert des Denkmals, indem ihm eine baukulturelle Bedeutungsebene zugefügt wird. Dieses Dissertationsprojekt nimmt sich dessen an und hofft, einen Beitrag zum besseren Verständnis der Architektur der Nachkriegsmoderne zu leisten.

Vita

1987geboren in Freiburg im Breisgau
2006-2009Ausbildung zur Mediengestalterin für Digital- und Printmedien
2009-2013Studium der Kunstgeschichte und Informations- verarbeitung an der Universität zu Köln
2013-2014Studium der Kunstgeschichte und Masterabschluss am University College Dublin, Irland

Jessica Hänsel

Projekt

„Industriearchitektur der DDR. Die Arbeit der VEB Industrieprojektierung“

Die bemerkenswerten Leistungen, die im Bereich des Industriebaus in der Deutschen Demokratischen Republik erbracht worden sind, wurden in der Wissenschaft bisher kaum thematisiert. Beispielsweise erkennen nur die Wenigsten im weltbekannten Berliner Fernsehturm ein Ergebnis jahrzehntelanger Forschungs- und Projektierungsarbeit der Industriearchitekten und –ingenieure der DDR. Ohne diese Vorarbeit aber hätte das heutige Wahrzeichen der Bundeshauptstadt überhaupt nicht realisiert werden können. Es ist nur ein Beispiel von vielen dafür, dass der Industriebau der DDR in der Architekturgeschichte wie in der Denkmalpflege nur am Rande wahrgenommen wird.

In der DDR spielte die Baugattung Industriearchitektur von Anfang an eine herausragende Rolle. Aus der wirtschaftlich kritischen Situation der Nachkriegszeit heraus initiierte der neu gegründete Staat Bauprogramme gewaltigen Umfangs, für deren Großbaustellen neben Produktions-, Verwaltungs- und Sozialgebäuden auch Kultur- und Wohnbauten von den verstaatlichten Industrieprojektierungsbetrieben entworfen wurden. Ihren quantitativen Höhepunkt erreichten diese Projekte in der Neugründung ganzer Industriestädte. Bis heute prägen die so entstandenen Industrielandschaften nicht nur das Erscheinungsbild der Neuen Bundesländer, sondern insbesondere auch deren Kultur- und Sozialgeschichte.

Das gestalterische Spektrum der errichteten Industriearchitekturen reicht von in den frühen 1950er Jahren entstandenen Bauten, die an die Prinzipien der Klassischen Moderne anknüpfen, über die Gestaltungsdoktrin des sozialistischen Klassizismus bis hin zur Formensprache des Funktionalismus und des Internationalen Stils in den 1960er und 70er Jahren. Auch noch im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung des Bauwesens beweisen zahlreiche Entwürfe den souveränen Umgang der Planer und Gestalter mit den Vorgaben des Baukastensystems und dem allgegenwärtigen Einsparungszwang. Nur durch das komplexe Zusammenwirken von baukünstlerischem Entwurf und innovativer Bautechnik konnte diese Gestaltungsqualität erreicht werden.

Durch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Industriebau der DDR, mit seiner Entwicklung, seinen Akteuren, seiner gestalterischen Ausprägung, seinen Vorbildern und seiner internationalen Wahrnehmung soll das Promotionsvorhaben Grundlagen für eine Neubewertung der baulichen Hinterlassenschaften der DDR-Industriearchitektur legen und den Blick für die hochgradige Gefährdung dieser Objekte schärfen. Denn im heutigen, allzu gedankenlosen Umgang mit ihnen zeigt sich deutlich die mangelnde Identifikation mit diesem bedeutenden Teil unserer Kultur-, Wirtschafts- und Technikgeschichte.

Vita

1983geboren in Perleberg
2002-2009Studium der Kunstgeschichte und Klassischen Archäologie an der Technischen Universität Berlin und der Humboldt-Universität Berlin
2009-2011Postgraduales Masterstudium der Denkmalpflege an der Technischen Universität Berlin
2011-2013Wissenschaftliches Volontariat am Landesdenkmalamt Berlin
2013-2015Freiberufliche Tätigkeit u.a. für das Landesdenkmalamt Berlin und das Brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege

Magdalena Kamińska

Projekt

„Plattenbauten der 1970er Jahre in Nowe Tychy (Polen) im Vergleich zu Marzahn-Hellersdorf“

Schätzungen zufolge wohnen in Polen etwa 12 Millionen Menschen in Plattenbauten. Im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung entspricht dies mehr als einem Drittel der dort lebenden Einwohner. Zu ihrer Entstehungszeit galten diese Gebäude als innovativ, ihre Architekten als Schrittmacher und der Baustoff Beton als Symbol für den Wiederaufbau des Landes im sozialistischen Stil. Gegenwärtig wird dieses Erbe der polnischen Nachkriegsmoderne einerseits als „Verkörperung sozialistischer Tristesse“ gewertet, andererseits heben Experten ihre Bedeutung für die polnische Architekturgeschichte hervor.

So ambivalent wird auch die 20 Kilometer südlich von Kattowitz gelegene Neustadt von Tychy bewertet: Nowe Tychy. Hier entwarfen ab den 1970er Jahren die Warschauer Urbanisten Kazimierz Weijchert (1912-1993) und Hanna Adamczewska-Weijchert (1920-1996) ihre urbanistische Vision der neuen polnischen Stadt in Großtafelbauweise. Hierbei ist besonders, dass sie fast ausschließlich das neuartige offene Wohnbausystem 70 (WBS-70) anwendeten, welches nur unter großen Anstrengungen seinen Weg aus der DDR in die Volksrepublik Polen fand. In der Dissertation werden diese Anstrengungen aus historischer Perspektive sowie die dabei stattgefundene wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit polnischer und deutscher Ingenieure untersucht. Das umfasst die Einführung des offenen Bausystems in Polen unter der Bezeichnung „Problem 103“, dessen Weiterentwicklung Wk-70 und OWT-75, über die Entstehung der Plattenwerke, bis hin zu den Aushandlungen mit „eigensinnigen“ Architekten. Als Vergleichsgrößen zu Nowe Tychy werden Berlin Marzahn-Hellersdorf, Hoyerswerda und Schwedt/Oder herangezogen.

Obzwar eine solche historische Untersuchung die bestehende Bewertungsambivalenz von Wohnsiedlungen in Plattenbauweise nicht aufheben kann, liefert sie eine fundierte Diskussionsgrundlage für zukünftige Aushandlungen.

Vita

1984geboren in Karlsruhe
2005-2009Studium der Europäischen Kultur- und Ideengeschichte sowie der Kunstgeschichte an der Universität Karlsruhe und der Uniwersytet Wrocławski, Polen
2010-2013Studium der Europäischen Geschichte an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der İstanbul Bilgi Üniversitesi, Türkei
seit 2014Teilnahme am Viadrina Mentoringprogramm für Doktorandinnen und Promotion an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder)

Katharina Hahn

Projekt

„Stadtbild trifft Nachkriegsmoderne. Köln und Dresden im Fotobuch“

Die Stadt und ihre Architektur sind räumliche Erfahrungswelten, deren fotografische Wiedergabe im Fotobuch eine Reduktion auf wenige, ausgewählte Aspekte bedeutet. Es handelt sich um eine Transformation aus dem komplexen raumzeitlichen Zusammenhang in die Zweidimensionalität der Fotografie und die Linearität des Buches. Hierdurch wird die Konstruktion eines visuell vermittelbaren Stadtbildes ermöglicht. Die Bildauswahl und ihre Zusammenstellung werden als Produkte einer bewussten Inszenierung der Stadt und ihrer Bauten angesehen. Unterschiedliche Identitätszuweisungen sowie politische, wirtschaftliche und kulturelle Interessen kommen dabei zum Tragen und beeinflussen, wie moderne Nachkriegsarchitektur in fotografischen Bildbänden gezeigt wird. In dieser selektiven Visualisierung und ihren Ausblendungen im Fotobuch entsteht ein politischer Handlungsraum. So wie Architektur Machtverhältnisse und Sozialstrukturen ihrer Zeit widerspiegelt, gibt ihre Darstellung im Fotobuch Auskunft darüber, wie dieses „Spiegelbild“ im Veröffentlichungszeitraum gesehen werden sollte.

Für ihr kulturwissenschaftliches Promotionsprojekt untersucht Katharina Hahn den visuellen Diskurs zur modernen Nachkriegsarchitektur in deutschen Städten am Beispiel von Fotobüchern über Köln und Dresden, die zwischen 1950 und 1990 veröffentlicht wurden. Es stehen dabei Publikationen im Fokus, an deren Konzeption und Publikation städtische oder staatliche Institutionen beteiligt waren. Die Wahl des Untersuchungsmaterials berücksichtigt die besonders starke mediale Aufmerksamkeit und visuelle Repräsentation, die Köln und Dresden im Zustand der Kriegszerstörung und im Wiederaufbau erfahren haben. Die Untersuchung ermöglicht einen Ost/West-Vergleich, der die unterschiedlichen Inszenierungen, die sich über Jahrzehnte hinweg wandelnden sozialen und politischen Bedingungen und die transnationalen Einflüsse in den Blick nimmt.

Vita

2015 Masterabschluss Kulturwissenschaften an der Universität Leipzig
2015-2017 freiberufliche Tätigkeit als Fotografin
04-07/2017 wissenschaftliche Mitarbeit am Institut für Kulturwissenschaften der Universität Leipzig

Constanze Falke

Projekt

„Beethovenhalle Bonn (1959 – 2019)
Gebaut. Genutzt. Geschützt. Umbau und Instandsetzung“

Die Bonner Beethovenhalle wurde ihm 8. September 1959 nach Plänen des Architekten Siegfried Wolske (1925-2005) eingeweiht. Bereits 1990 wurde sie in die Denkmalliste der Stadt Bonn aufgenommen. Eine partielle Renovierung und der Anbau von drei Räumen auf der Südseite des Baus Mitte der 1990er Jahre, zeigt sich heute als zweite Zeitschicht und als Beispiel der Praktischen Denkmalpflege dieser Zeit. Nur zwei Jahrzehnte später wurde der einstmals gefeierte Denkmalschutz der Beethovenhalle in den Hintergrund gedrängt. „Alt“, „marode“ und mit „schlechter Akustik“ galt sie im Jahr 2009 für Bonn nur noch als Gebäude, dessen Austausch durch einen Neubau attraktiver erschien. Ein breit aufgestelltes bürgerschaftlichen Engagement, als auch die schmale finanzielle Situation der Stadtkasse führten jedoch zu dem Entscheid statt abzureißen und neu zu bauen, die denkmalgeschützte Halle vollumfänglich zu sanieren. Der Titel des städtischen Bauvorhabens, „Denkmalgerechte Instandsetzung und Modernisierung“, welches bis zum Jubiläum des 250. Geburtstags Ludwig van Beethovens im Jahr 2020 abgeschlossen sein soll, verdeutlicht die zwei Aspekte dieser laufenden Sanierung. Neben der Restaurierung der denkmalgeschützten Substanz ist vor allem der Austausch aller technischen Ausstattungen ein großer Bestandteil.
Das Promotionsvorhaben dokumentiert die Bau- und Umbaugeschichte der Beethovenhalle von der Entstehung bis zum Abschluss der Komplettsanierung. Neben der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Baugeschichte, liegt der Schwerpunkt insbesondere auf der Dokumentation der denkmalpflegerischen Details von zwei Instandsetzungen. Zwanzig Jahre nach der ersten Renovierung hat sich nicht nur die Wertschätzung für die Architektur der Nachkriegsmoderne verändert, auch Sicherheitsvorgaben, Nutzeransprüche und gestalterische Vorstellungen stellen aktuell besondere Herausforderungen im Umgang mit der denkmalgeschützten Substanz dar.

Vita

1983geboren in Cuxhaven
2003-2011Magisterstudium der Kunstgeschichte, Klassischen Archäologie und Germanistik an der Universität Bonn
2012-2017 Projektreferentin der Denkmalförderung bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz
seit 2014 Promotion an der Bauhaus Universität Weimar

Fabian Kröning

Projekt

„Bau an Kirche und Gesellschaft. Der Architekt Josef Lehmbrock und der Städtebau der deutschen Nachkriegsmoderne“

Ein prägendes Leitbild für den modernen Stadtplaner im 20. Jahrhundert ist das des „social engineers“ – des „Ingenieurs des Sozialen“, der die Gesellschaft mit den Mitteln des Bauens positiv gestalten und ordnen will. Mit der Etablierung der Soziologie als akademisches Fach während der Nachkriegszeit gewinnt dieser Anspruch eine strukturell neue Qualität. Vor diesem Hintergrund gerät in Deutschland das in der Tradition der CIAM stehende Leitbild der nach Funktionen „gegliederten und aufgelockerten Stadt“ zunehmend in die Kritik. Unter dem Motto „Urbanität durch Dichte“ kommt es um 1960 zu einem Perspektivwechsel hinsichtlich der Frage, was Städtebau überhaupt leisten kann und soll.

Ein heute fast vergessener Akteur, der diesen Paradigmenwechsel sowohl theoretisch vorbereitet als auch praktisch mitvollzogen hat, war der Düsseldorfer Architekt Josef Lehmbrock (1918–1999). Als einer der ersten Architekten seiner Zeit griff er für seine Siedlungsplanungen gezielt auf Erkenntnisse der empirischen Wohn- und Stadtsoziologie zurück. Damit einher ging bei Lehmbrock ein hoher politischer Anspruch an den Städtebau, basierend auf einem christlichen Menschenbild und im Besonderen den Prinzipien der katholischen Sozialethik. Bautypologisch entspricht diesem Ansatz die wechselseitige Integration der Bauaufgaben Kirche und Wohnung zu einer einheitlichen Siedlungsform, wie sie Lehmbrock während der 1960er Jahre dann auch exemplarisch realisieren konnte. In dieser Perspektive, das heißt: entlang der Frage nach dem Verhältnis von gesellschaftstheoretischem Anspruch und gebauter Form, will die Dissertation das Werk von Josef Lehmbrock erschließen und damit seinen spezifischen Beitrag zum städtebaulichen Diskurs in Deutschland nach 1945 bestimmen. Die Untersuchung der Kirchen- und Siedlungsprojekte Lehmbrocks wird hierbei ergänzt durch eine Analyse seiner umfangreichen Publizistik, mit der sich der Architekt immer wieder kritisch in die städtebaulichen Debatten seiner Zeit einschaltete.

Vita

1988geboren in Dresden
2008-2012Bachelor-Studium in den Fächern Geschichte, Kunstgeschichte und Politikwissenschaften an der TU Dresden
2013-2016 Master-Studium im Fach Mittelalterstudien an der Universität zu Köln
seit 2017 Promotionsstudium im Fach Kunstgeschichte an der Universität zu Köln

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
seit 2014Gutachterkommission: Prof. Dr. Adrian von Buttlar,
Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Durth, Prof. Dr. Ingrid Scheurmann