Gestaltungspreis 2010: Neues Wohnen in der Stadt

Foto © Wüstenrot Stiftung Der Siegerentwurf im Modell (Foto © Wüstenrot Stiftung)

Attraktive Angebote für ein zeitgemäßes Wohnen in der Stadt sind gefragt. Sie erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit und werden von immer mehr Bevölkerungsgruppen gewählt. Umweltgerechte, nachhaltig ausgerichtete Projekte, kurze Wege und neue Verbindungen von Arbeiten und Wohnen, gemeinschaftliche Orientierung und baukulturelle Akzente – das sind wichtige Stichworte zu neuen Formen städtischen Wohnens.

Der bundesweite Gestaltungspreis Neues Wohnen in der Stadt der Wüstenrot Stiftung zeigt hierzu aktuelle und beispielhafte Angebote aus ganz Deutschland. Ausgezeichnet wurden wegweisende und innovative Wohnbauten, die Nutzerorientierung, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in vorbildlicher Weise realisieren. Sie leisten zugleich einen wichtigen Beitrag für die Baukultur in Deutschland und für die Unverwechselbarkeit unserer Städte.

Mit 438 Einsendungen zählt der aktuelle Gestaltungspreis zu den großen Architekturwettbewerben in Deutschland.
Jurymitglieder 2010 waren:

  • Felix Claus, Architekt, Amsterdam
  • Prof. Dr. Tilman Harlander, Wohnsoziologe, Stuttgart
  • Andreas Hild, Architekt, München (Juryvorsitzender)
  • Prof. Quintus Miller, Architekt, Basel
  • Ulrike Poeverlein, Architektin, Berlin
  • Prof. Sophie Wolfrum, Stadtplanerin, München
  • Georg Adlbert, Wüstenrot Stiftung, Ludwigsburg

Die Jury hat in mehreren Sitzungen, zwischen denen die Gebäude der „Engeren Wahl“ vor Ort besichtigt wurden, über die Vergabe des Gestaltungspreises und der Preisgelder in Höhe von insgesamt 50.000 Euro entschieden.

Gestaltungspreis 15.000 Euro

Der mit 15.000 Euro dotierte Gestaltungspreis wurde für den Umbau und die Umnutzung des „Stadtregal“ in Ulm an die Planungsgemeinschaft Braunger Wörtz Architekten und Rapp Architekten (Ulm) vergeben. Damit würdigt die Jury den beispielhaften Umbau vorhandener Gebäudesubstanz als ein wesentliches Zukunftsthema beim Wohnen in der Stadt. Besonders überzeugend sind dabei der Umgang mit der industriellen Substanz und die nutzerorientierte, pragmatische Lösung vieler Detailfragen. Eine fließende Abfolge von Wohnen und Arbeiten sowie eine variable und in hohem Maße auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzer ausgerichtete Baustruktur vereinen in sich alle Vorzüge des Wohnens in der Stadt. In Verbindung mit der Renaturierung der Blau, eines Zuflusses der Donau, erhält die Stadt Ulm durch diese Umwandlung aus einem überwiegend brachliegenden Industrieareal ein wichtiges Stück attraktiver und lebendiger Stadt.

Drei Auszeichnungen zu je 7.500 Euro

  • Für das Atelier Katharina Grosse in Berlin von Augustin und Frank Architekten (Berlin). Das Ateliergebäude schafft eine neue und gestalterisch überzeugende Verbindung von Arbeiten und Wohnen. Als vorbildliche Einzelintervention liefert es zugleich wichtige Impulse für die Revitalisierung eines urbanen Standorts im großstädtischen Kontext.
  • Für das Loft Wohnen in den Münchner Lenbach Gärten von Steidle Archi­tekten (München). Das Projekt setzt einen hohen Standard, der sowohl einen authentischen Münchner Charakter besitzt als auch gleichgesetzt werden kann mit den besten Beispielen großstädtischen Wohnens in London, New York und Paris.
  • Für ein von zwei Baugemeinschaften in Berlin gebildetes Ensemble von zanderroth architekten (Berlin) mit hoher städtebaulicher und architektonischer Qualität, qualitätvollen flexiblen Grundrissen und hohem Energiestandard. Das innovative Wohnprojekt liefert zugleich einen wichtigen Beitrag für die Aufwertung des umgebenden Quartiers.

Fünf Anerkennungen zu je 2.500 Euro erhielten:

  • meck architekten, Stephan Köppel und Architekten am Pündtner Platz (alle München) für die Wohnanlage Lothringer Straße in München.
  • Grüntuch Ernst Architekten (Berlin) für das Wohnhaus Auguststraße 51 in Berlin.
  • Fink + Jocher (München) für das Wohn- und Geschäftshaus in der Schützenstraße 32 in Neu-Ulm.
  • WUDA* Wurfbaum Dantas Architects (München) für die als „Tridom Puzzle“ bezeichnete Aufstockung eines Gebäudes in München.
  • Léon Wohlhage Wernik Architekten (Berlin) für das Wohnen am Mittleren Ring in München.