Lebensqualität und Zukunftspotenziale in kleinen Städten und großen Dörfern

Foto © Wüstenrot Stiftung

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Kleine Städte und große Dörfer stehen hierzulande selten im Fokus, wenn es um Fragen der Lebensqualität und der zukünftigen Entwicklungspotenziale geht. Im Zuge des demografischen Wandels und der fortschreitenden Verstädterung scheinen sie nicht nur an quantitativer Bedeutung zu verlieren, sondern auch mit einer Lebensweise verbunden zu sein, die in modernen Gesellschaften als nicht mehr zeitgemäß betrachtet wird.

Die Verstädterung wird als dominanter Prozess der Siedlungsentwicklung wahrgenommen; für alle anderen Formen werden in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem Szenarien des Rückzugs diskutiert: Abbau von Infrastruktur, schlechtere Bildungs- und Erwerbschancen, schwindende Möglichkeiten für eine Teilhabe am öffentlichen und gesellschaftlichen Leben und ein geringeres Angebot an Dienstleistungen jeglicher Art.

Kleine Städte und Dörfer bieten ihren Bewohnern/innen augenscheinlich eher Nachteile als attraktive Zukunftschancen. Selten werden neue Chancen und Gestaltungspotenziale, gewachsene Freiräume zur Verwirklichung individueller Lebensentwürfe, die Fortschreibung traditioneller Qualitäten oder besondere Standortvorteile erörtert. Stattdessen empfinden immer mehr Menschen das Gefühl, dass nicht nur ihre Orte als Siedlungsform an Bedeutung verlieren, sondern dass sie selbst im Zuge der Entwicklung einen schleichenden Verlust an Lebensqualität und Zukunftschancen erleiden.

Das Projekt

Ein interdisziplinäres Forschungsteam der Arbeitsgemeinschaft Studio Urbane Landschaften untersucht mit Unterstützung durch ein Regisseur- und Filmteam im Auftrag der Wüstenrot Stiftung anhand von vier ausgewählten Fallbeispielen exemplarisch die tatsächlichen Bedingungen und Perspektiven in kleinen Ortschaften mit 2.000 bis 8.000 Einwohnern/innen aus der Perspektive der Bewohner/innen.

• Wie gestalten sich die Alltagswelten der Bewohner/innen?
• Was schätzen diese am Leben im Ort?
• Welche räumlichen Faktoren begründen den positiven Trend?
• Welche Geschichten erzählen die Menschen, der Alltag, die Wiesen, die Wälder, die Häuser …?

Diese verschiedenen Blickrichtungen fließen ein in vier Filme, welche den Gemeinden in einer besonderen, den Raum verändernden Form vorgeführt und diskutiert werden sollen. Welche Ideen stecken darin für die Zukunft? Welche Aspekte sollten aufgegriffen und weiterverfolgt werden?

Die entstehenden Filme können zum Ausgangspunkt einer Entwicklungsstrategie „Raumkultur“ werden, welche an die spezifischen Qualitäten der Gemeinden und Orte anknüpft und ortsbezogene Zukunftsszenarien eröffnet. Gleichzeitig sollen sowohl das Vorgehen als auch die aus dem Projekt resultierenden Erkenntnisse beispielhaft für andere Gemeinden sein. Die Filme sollen dazu ein umfassendes Anschauungsmaterial bieten.

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
seit 2017Auftragnehmer: Thomas Gräbel, Marie Haibt, Sabine Rabe, Prof. Dr. Hille von Seggern, Arge Studio Urbane Landschaften – Bildung, Lilli Thalgott