Indikatoren für ein präventives Monitoring von Wohngebieten

(Foto: Thomas Wolf © Wüstenrot Stiftung)

(Foto: Thomas Wolf © Wüstenrot Stiftung)

Die Einfamilienhäuser der 1950er- bis 1970er-Jahre sind am Ende ihres ersten Lebenszyklus angelangt. Eine Weiternutzung wird oft durch einen hohen Modernisierungsbedarf und eine sinkende Nachfrage in diesem Marktsegment erschwert. Insbesondere in Regionen, die vom demografischen Wandel betroffen sind und in denen arbeitsplatz- oder ausbildungsbezogene Abwanderungen vorkommen, kann die Nachfrage in Wohngebieten mit ungünstigen Rahmenbedingungen ebenso rasch wie weitreichend einbrechen.

Voraussetzung für eine frühzeitige Reaktion auf solche Ten- denzen wäre ein präventiv orientiertes, differenziertes Monito- ring. Aufgrund der Vielzahl privater, nicht organisierter Einzel- eigentümer/innen ist ein solches Monitoring jedoch schwierig. Auch verfügen viele Kommunen nicht über die nötigen Mög- lichkeiten (Routinen), die aktuellen und notwendigen Informa- tionen zu sammeln, die es ihnen erlauben würden, ihre be- grenzten Ressourcen frühzeitig und zielgenau auf die Gebiete zu konzentrieren, in denen präventiv orientierte Handlungs- ansätze erforderlich sind.

Um in Anbetracht dieser Entwicklungen die Formulierung von Handlungsempfehlungen für die kommunale Planung und Politik zu ermöglichen, hat die Wüstenrot Stiftung in Koopera- tion mit dem Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen der Universität Münster versucht, auf der Grundlage verfügbarer Daten ein Modell für eine leicht und frühzeitig erkennbare Risikoeinschätzung zu entwickeln.

Die Publikation

Die aus diesem Projekt hervorgegangene Publikation „Risiko-einschätzung der Nachfrage nach Ein- und Zweifamilienhäusern der 1950er- bis 1970er-Jahre“ analysiert die Nachfrage nach Einfamilienhäusern und berücksichtigt insbesondere altersklassen- und wohnungsmarktspezifische Einflüsse. Im Ergebnis wird gezeigt, wovon die Nachfrage nach Bestandsimmobilien in dieser Baualtersklasse abhängt und in welcher Weise Wohnstandorteffekte auf die lokale Nachfrage einwirken. Für Kommunen besteht auf Grundlage dieser Erkenntnisse die Möglichkeit, ein eigenes quartierspezifisches Monitoring zu entwickeln.

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
2015 – 2017Dr. Winfried Michels, Institut für Siedlungs- und Wohnungswesen der Universität Münster