Erfolgreiche ländliche und suburbane Räume

Der demografische Wandel, die wirtschaftsstrukturellen Veränderungen und die unterschiedlichen Zukunftschancen von Regionen gehören zum Kern der Diskussion über die Entwicklung des Arbeitens, Lebens und Wohnens in Deutschland. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich dabei überwiegend auf alte und neue Agglomerationen oder auf sich entleerende, ländliche Regionen. Selten stehen Gebiete und Räume im Fokus, die zwischen Agglomerationen und Metropolen liegen oder in deren erweitertem Umland. Blickt man genauer hin, so gibt es jedoch auch ländlich-kleinstädtisch geprägte Regionen und suburbane Räume, die eine eigenständige, prosperierende Entwicklung aufweisen, und sich dafür nicht an Metropolen orientieren.

Die begrenzte Reichweite staatlicher Steuerungsmöglichkeiten eröffnet Handlungsräume für Eigeninitiative und bürgerschaftliches Engagement. Hieraus entstehen sowohl Chancen wie auch Risiken, vor allem, wenn die weitere Entwicklung solcher Räume dadurch zunehmend von den lokalen Akteuren abhängig wird.

Als mögliche Orientierungsmodelle werden im wissenschaftlichen Diskurs für diese Entwicklungen unter anderen Subsidiarität und Kommunitarismus verwendet. Beide Orientierungsmodelle lassen jedoch Fragen offen: Wie könnte ein solches Handlungskonzept in der Praxis aussehen? Welche Chancen bietet es, welche Begleitung von öffentlicher Seite ist erforderlich? Wie lassen sich Probleme in einem regionalen Verbund „von unten“ lösen, wie funktionieren solche Netzwerke in modernen Gesellschaften? Gibt es Beispiele dafür, dass und wie sich die endogenen Potenziale von Regionen nutzen lassen? Wo sind die Vorbilder für Visionen, Szenarien und konkrete Handlungsstrategien?

Antworten lassen sich am ehesten aus einer Untersuchung von erfolgreichen Regionen gewinnen. Die Wüstenrot Stiftung hat das Niedersächsische Institut für Historische Regionalforschung e.V. mit einer solchen Untersuchung beauftragt. Zu den Zielen des Forschungsprojektes gehört, den gesellschaftlichen und politischen Akteuren sowie der Bevölkerung in Regionen jenseits der Metropolen durch erfolgreiche Beispiele neue Impulse und konkrete Handlungsempfehlungen geben zu können. Sie sollen dabei helfen, ergänzend zu den staatlichen Angeboten neue, passgenaue und den teilräumlich spezifischen Bedingungen gerecht werdende Initiativen und Projekte entwickeln zu können.

Projektlaufzeit:seit 2015
Auftragnehmer:Niedersächsisches Institut für Historische Regionalforschung e. V., Hannover