Gestaltungspreis 2008: Energieeffiziente Architektur in Deutschland

GP_EA Die Ausstellung der Ergebnisse des Gestaltungspreises 2008 (Foto © Wüstenrot Stiftung)[/caption]

Bauteilaktivierung, Gebäudeenergiebilanz, Nullenergie, Passivhausstandard, Integration erneuerbarer Energien – Die energetische Optimierung im Neubau wie im Bestand gehört ohne Zweifel zu den herausragenden Bauaufgaben des Jahres 2008. Obwohl die Wüstenrot Stiftung für die wechselnden Themen ihres alle zwei Jahre ausgelobten Gestaltungspreises grundsätzlich nur aktuelle und wichtige Bauaufgaben auswählt, traf keiner der vorhergehenden sieben Gestaltungspreise auf eine ähnlich dynamische Entwicklung wie der Wettbewerb Energieeffiziente Architektur in Deutschland. Neue Techniken, erhöhte Standards und vor allem auch geänderte Wirtschaftlichkeitsberechnungen führen dazu, dass eine verbesserte Energieeffizienz zu den wichtigsten Merkmalen nahezu aller aktuellen Baumaßnahmen in Deutschland gehören muss.

Für die Wüstenrot Stiftung ist es dabei auch unter den veränderten Rahmenbedingungen selbstverständlich, dass die gestalterische Qualität der Gebäude unvermindert dem Anspruch einer hohen Baukultur genügen muss.

Dies gilt in gleichem Maße für die energetische Optimierung des Gebäudebestandes wie auch für die Verwirklichung erhöhter Standards der Energieeinsparung im Neubau. Die Praxis zeigt, dass diese Aufgabe vor allem im Bestandsbereich eine echte Herausforderung nicht nur für die Architekten, sondern auch für die beteiligten Fachingenieure und nicht zuletzt auch für die Bauherren darstellt. Das zusätzliche Kriterium einer insgesamt die Ressourcen schonenden Bauweise, das für die Wüstenrot Stiftung ebenfalls zu den zentralen Aufgaben rund um das Thema Energieeffizienz gehört, verdeutlicht, dass es bei vielen Bauaufgaben innovativer Konzepte und fachübergreifender Kooperationsformen bedarf, um beispielhafte Lösungen für die Energieeffiziente Architektur in Deutschland zu finden.

Die Wüstenrot Stiftung freut sich, dass der nun entstandene aktuelle Überblick aus ihrem Gestaltungspreis zu diesem Thema eine Vielzahl an derartigen beispielhaften Lösungen bietet.

Sie kommen zu einem Zeitpunkt, der angesichts der Dynamik der Entwicklungen nicht passender sein könnte und reichen von zertifizierten Passivhäusern über denkmalgerecht optimierte Gebäude bis zu effizienten Gewerbebauten und lokalen Kooperationsprojekten unter Einschluss von Biomasse-Blockheizkraftwerken.

Die Wanderausstellung und die dazu gehörende Begleitbroschüre über die Ergebnisse des Gestaltungspreises Energieeffiziente Architektur in Deutschland sollen Anregungen dafür geben, wie die aus ökonomischen und ökologischen Gründen notwendigen Ziele einer verbesserten Energieeffizienz und Ressourcenschonung mit einem unvermindert hohen Anspruch an die gestalterische Qualität erreicht werden können. Es freut die Wüstenrot Stiftung dabei besonders, dass unter den prämierten Einsendungen und den Beispielen der „Engeren Wahl“ nicht nur hohe Standards, sondern auch innovative und auf die spezifischen Bauaufgaben ausgerichtete Lösungen vertreten sind.

Gestaltungspreis 15.000 Euro

Der mit 15.000 Euro dotierte Gestaltungspreis wurde für den Neubau eines Bio-Hotels in Hohenbercha (Landkreis Freising) durch Deppisch Architekten aus Freising vergeben. Damit würdigt die Jury ein vorbildliches Gesamtenergiekonzept, das in beispielhafter Art und Weise die Anforderungen einer ressourcensparenden Bauweise mit einer zu 100 Prozent auf erneuerbaren Energien basierenden Versorgung sowie einer im Sinne der Nachhaltigkeit hohen Wirtschaftlichkeit und Recyclingsfähigkeit verbindet. Die auch gestalterisch überzeugende Realisierung spiegelt darüber hinaus die traditionellen Bezüge regionaler Planungskultur wieder und stellt zugleich die Aspekte Gesundheit, Aufenthaltsqualität und Natürlichkeit nachwachsender Baustoffe in den Vordergrund.

Drei Auszeichnungen zu je 7.500 Euro

  • Für die im Rahmen einer Generalsanierung erfolgte energetische Optimierung eines denkmalgeschützten Gebäudeensembles, der Boschetsrieder Siedlung in München, durch Koch und Partner (K+P), Architekten und Stadtplaner aus München.
  • Für den Neubau einer multifunktionalen Sporthalle (Paul Horn-Arena) in Tübingen durch die Architekten Allmann, Sattler, Wappner aus München.
  • Für ein Einfamilienhaus in Passivhaus-Standard in Oberursel von Canton Thielen Architekten aus Oberursel.

Fünf Anerkennungen zu je 2.500 Euro

  • Ingenhoven Architekten aus Düsseldorf für das Lufthansa Aviation Center am Flughafen in Frankfurt.
  • Die Architekten BDA Mühlich, Fink & Partner aus Ulm für den Neubau eines als Passivhaus zertifizierten Einfamilienhauses in Ulm.
  • Joachim Nagel aus Unterhaching für die Wohnungen und Reihenhäuser des NEST-Nullenergieprojektes Solar2 in München.
  • Pfeifer Roser Kuhn Architekten aus Freiburg für ein „Patchwork-Haus“ genanntes Wohnhaus in Müllheim.
  • Der Architekt Peter Zumthor (Schweiz) für den Bau des Kunstmuseums des Erzbistum Köln (Kolumba) in Köln.