Der Einsteinturm in Potsdam

Der weltberühmte Einsteinturm in Potsdam (1920-1921 erbaut) gilt nicht nur als bedeutendste architektonische Leistung des deutschen Expressionismus. In die dynamische Architektur des von Erich Mendelsohn entworfenen Bauwerks sind in gleicher Weise Reflexe des Epochenwechsels der Naturwissenschaft und der Kunst eingeflossen. Nach wie vor wird der Einsteinturm vom Astrophysikalischen Institut Potsdam für die Sonnenforschung benutzt.
Der problematische bauliche Zustand und die Ergebnisse umfangreicher Voruntersuchungen machten eine dringliche Sanierung und Instandsetzung notwenig. Ziel war eine nachhaltige Sicherung der Originalsubstanz des Bauwerks, wobei sich die Bauarbeiten wesentlich auf die erheblichen Schäden an der äußeren Hülle konzentrieren. Durch die Initative der Wüstenrot Stiftung konnten die notwendigen Schritte zur Rettung dieses Denkmals wirksam in die Wege geleitet werden. Die Analyse der Bauschäden wurde Ende 1996 abgeschlossen und das Sanierungskonzept 1997 erarbeitet.

Von Beginn an war das Denkmalvorhaben als Pilotprojekt konzipiert, die Baustelle als moderne Bauhütte organisiert und der gesamte Prozess der Planung und Ausführung auf Evaluation hin ausgelegt. Schliesslich sollten über die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen aus der das Bauvorhaben begleitenden Bauforschung in der Auswertung auch andere Instandsetzungen von Bauten der klassischen Moderne partizipieren.

Der Einsteinturm ist bis auf weiteres gerettet, bedarf aber fortgesetzter intensiver Beobachtung und Betreuung. Über einen von der Stiftung in Auftrag gegebenen Pflegeplan werden ihn ausgewählte Fachleute weiterhin begleiten. Am 1. Juli 1999 wurde der Einsteinturm im Rahmen einer Feierstunde wieder dem Nutzer, dem Astrophysikalischen Institut Potsdam, übergeben.

Projektlaufzeit:Zuständige Architekten:Eigentümer/Nutzer:
1997 – 1999Pitz + Hoh, Werkstatt für Architektur und DenkmalpflegeAstrophysikalisches Institut Potsdam