ZukunftsWerkstatt Eiermannbau 2016

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Zwei Teilnehmerinnen der ZukunftsWerkstatt Eiermannbau (Foto © Wüstenrot Stiftung)

Die Sommerakademie 2016 der Wüstenrot Stiftung fand in Kooperation mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen unter dem Titel IBA Campus 2016 ZukunftsWerkstatt Eiermannbau in der thüringischen Kreisstadt Apolda statt. Der Eiermannbau ist ein Projektstandort der Internationalen Bauausstellung Thüringen und wird initiativ durch die IBA Thüringen entwickelt.

Der IBA Campus 2016 Zukunftswerkstatt Eiermannbau wurde gemeinsam von der Wüstenrot Stiftung und der IBA Thüringen durchgeführt. Die Konzeption und Vorbereitung des Campus sowie die IBA-Projektleitung oblag Katja Fischer, IBA Thüringen. Die inhaltliche Leitung übernahmen Christof Mayer und Marius Busch, raumlabor berlin, Andreas Krüger, Belius Stiftung sowie René Hartmann, Wüstenrot Stiftung.

Gegenstand des transdisziplinären Workshops waren aktuelle Fragen zur Aktivierung und dauerhaften Ingebrauchnahme bereits sanierter Baudenkmale sowie das Ausloten von Möglichkeiten und Strategien für kreativ-pragmatische Zwischen- und Umnutzungen.

Das für beide Kooperationspartner neue, gemeinsame Werkstattformat wurde im denkmalgerecht sanierten und seit mehreren Jahren ungenutzten TOTAL-Werk Foerstner & Co. durchgeführt. Das unter dem Namen „Eiermannbau“ bekannte Fabrikgebäude zählt zu den frühen Hauptwerken des jungen Architekten Egon Eiermann.

Eiermannbau

Der Eiermannbau wurde bis 1939 im Auftrag von TOTAL als Erweiterung der 1906/07 von Hermann Schneider entworfenen, ehemaligen Web-, Wirk- und Strickwarenfabrik Borgmann & Co. in der Auenstraße realisiert. Eiermann und die Mitarbeiter seines Berliner Architekturbüros, Günther Andretzke und Robert Hilgers, ergänzten drei Geschosse mit rechteckigen Stahlrahmenfenstern und eine mit maritimen Elementen gestaltete, begehbare Dachfläche. TOTAL produzierte hier bis Kriegsende Feuerlöscher und Zubehör. Die Stilllegung der 1992 unter Denkmalschutz gestellten Fabrik erfolgte 1994 mit der Liquidation des VEB Feuerlöschgerätewerk Apolda.

Bis heute fand sich kein Mieter oder Käufer, der das 2012 sanierte Denkmal der Industriemoderne in Deutschland vollständig und dauerhaft nutzen wollte. Dieser denkmalpflegerischen Problematik widmete sich die ZukunftsWerkstatt der Wüstenrot Stiftung im Kontext des IBA-Arbeitsschwerpunkts LeerGut.

Zukunftswerkstatt Eiermannbau

Geleitet wurde der IBA Campus 2016 ZukunftsWerkstatt Eiermannbau von zwei Mitgliedern eines kollektiven Netzwerks von Architekten, Stadtplanern und Künstlern (raumlabor), von einem Vertreter der stadt- und gesellschaftsnützlichen Projektentwicklung (Belius Stiftung) und einem Architektur- und Technikhistoriker (Wüstenrot Stiftung).

Neben postgraduierten Architekten und Stadtplanern nahmen auch Young Professionals, Absolventen und Master-Studierende aus zehn verschiedenen Fachrichtungen am Eiermannbau-Workshop teil. Die Werkstatt-Sprache war Englisch und alle 26 Teilnehmer lebten und arbeiteten während der ganzen Zeit im Eiermannbau. Die Agenda der Werkstatt, also die Fragestellungen, der methodische Ansatz, die Inhalte und Arbeitsprozesse wurden von allen Teilnehmern gemeinsam in einem Open Space Verfahren gefunden und entwickelt. Gearbeitet wurde anschließend in kleinen und größeren Arbeitsgruppen.

Das Programm des IBA Campus 2016ZukunftsWerkstatt Eiermannbau finden Sie hier.

Als Ziel der Werkstatt wurde das Erarbeiten eines unmittelbar umsetzbaren Aktivierungskonzepts für das ungenutzte Baudenkmal beschlossen. Hierfür wurden die Potentiale des Baudenkmals in einem stetigen, gegenseitigen Austausch transdisziplinär untersucht. Abseits der klassischen Verwertungsstrategien von Denkmaleigentümern und Immobilienentwicklern eröffneten sich hierdurch andere und neue Perspektiven für das Gebäude und seine städtebauliche Umgebung. Darüber hinaus gehend konnten so auch die Potentiale der Kreisstadt Apolda und der Region Weimarer Land mit denen des denkmalgeschützten Gebäudes in eine Beziehung gebracht werden.

Aus dem zweiwöchigen Werkstattformat IBA Campus 2016 ZukunftsWerkstatt Eiermannbau resultierte die englischsprachige Broschüre OPEN FACTORY – THE EIERMANNBAU REIMAGINED, in der ein sofort umsetzbares, dreistufiges Nutzungsszenarium (2017-2019-2023) für den Eiermannbau vorgeschlagen und auf einer hohen Detailebene beschrieben wird.

Die Broschüre

OPEN FACTORY – DER EIERMANNBAU NEU GEDACHT

Broschüre (deutsch), hier downloaden

OPEN FACTORY – THE EIERMANNBAU REIMAGINED

Broschüre (english), download here

Workshopdauer:15.-30. Juni 2016
Kooperationspartner:IBA Thüringen, Weimar
Projektbeteiligter Eigentümer:Gesellschaft zur Sanierung und Entwicklung von Altstandorten (GESA), Berlin
TeilnehmerInnen:Marius Busch, Sofia Dona, Arild Eriksen, Jurek Fahrenholt, Martin Fink, Andreas Foidl, Frederick Fuchs, Imad Gebrayel, Christiane Haas, René Hartmann, Assaf Kopper, Andreas Krauth, Andreas Krüger, Suzanna Labourie, Andreas Lenz, Christof Mayer, Martje Mehlert, Taniá Moreno, Nina Charlotte Peters, Helena Louisa Pooch, Natalia Irina Roman, Sina Schindler, Juliane Schupp, Lennart Siebert, Matthias Weis, Matthew Xue