Wohnungsleerstände in Deutschland. Ausmaß – Wahrnehmung – Reaktionen

(Foto: Stefan Krämer © Wüstenrot Stiftung)

(Foto: Stefan Krämer © Wüstenrot Stiftung)

In Regionen, die vom demografischen und wirtschaftsstrukturellen Wandel besonders betroffen sind, stehen nach den Ergebnissen des Zensus 2011 in vielen kleineren und mittleren Städten bis zu 20 Prozent der Wohnungen dauerhaft leer. Es wird erwartet, dass dieser Anteil im Geschosswohnungsbau noch weiter anwachsen wird. Diese Leerstände sind nicht mehr auf Ostdeutschland beschränkt, sondern werden zunehmend auch in west- und norddeutschen Regionen verzeichnet. In welcher Weise der wachsende Wohnraumbedarf infolge der aktuellen Zuwanderung diese Leerstände beeinflussen wird, ist offen und lässt sich erst beantworten, wenn die mittelfristige regionale Verteilung der Flüchtlinge erkennbar wird.

Die Schwierigkeit, das zukünftige Ausmaß der Leerstände einzuschätzen, wird dadurch verstärkt, dass sie sich nicht nur regional unterschiedlich verteilen, sondern auch nach solchen Kriterien wie ihrem Baualter, ihrer Lage (in der Stadt), der Situation ihrer Eigentümer oder ihrer städtebaulichen Struktur. Unklar ist auch, welche unterschiedlichen Maßnahmen von Eigentümern und Kommunen bereits als Reaktion auf die Leerstände ergriffen werden und welche Strategien sie dabei verfolgen.

In einem Forschungsprojekt der Wüstenrot Stiftung sucht das Fachgebiet Stadtumbau und Ortserneuerung der TU Kaiserslautern in einer bundesweiten Recherche nach erfolgreichen Konzepten und Strategien für den Umgang mit wachsenden, überdurchschnittlichen Wohnungsleerständen.

Folgende Forschungsziele sehen im Mittelpunkt:

  • Die wissenschaftliche Analyse der Rahmenbedingungen für den wachsenden Wohnungsleerstand in verschiedenen Regionen.
  • Die Zusammenstellung eines Werkzeugkastens aus bewährten Instrumenten und Maßnahmen zur Bewältigung von Leerständen.
  • Die Formulierung von Handlungsempfehlungen für Kommunen und Eigentümer.

Die Verbesserung der Wahrnehmung, wie brisant die Entwicklung von Leerständen in allen Bundesländern werden kann, und die Erhöhung der Bereitschaft zur Entwicklung und Umsetzung präventiver Maßnahmen in betroffenen Kommunen.

Projektlaufzeit:seit 2015
Auftragnehmer:Fachgebiet Stadtumbau und Ortserneuerung, TU Kaiserslautern / Wüstenrot Stiftung