SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster – #SOSBrutalism

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Das Projekt „SOS Brutalismus“ ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Architekturmuseums (DAM) in Frankfurt und der Wüstenrot Stiftung, unterstützt von uncube. Es knüpft direkt an den internationalen Brutalismus-Kongress in Berlin an, den die Wüstenrot Stiftung und das Karlsruher Institut für Technologie bereits im Jahr 2012 durchgeführt haben.

Ziel des Projekts ist eine Ausstellung und eine begleitende Publikation mit weltweitem Überblick zur brutalistischen Architektur zwischen 1953 und 1979. Damit soll das Denkmalbewusstsein für brutalistische Bauten aktiviert und die Forschung zum Brutalismus in der Architektur fortgeführt werden.

Das Projekt ist im Oktober 2015 mit einer Online-Rettungskampagne für die weltweit von Abriss und Umgestaltung bedrohte brutalistische Architektur gestartet. Die Webseite www.SOSBrutalism.org zeigt mittlerweile mehr als 800 Bauten, die sich dem Brutalismus zuordnen lassen oder als Vorläufer gelten können. Sie sind nach dem Vorbild eines Artenschutzprojekts in verschiedene Gefährdungsstufen gegliedert: Die „rote Liste“ versammelt derzeit 65 Bauten, die unmittelbar von Zerstörung bedroht sind. Blau markiert sind alle vorläufig „geretteten“, also bereits sanierten oder zumindest unter Denkmalschutz stehenden Bauten. Die grau markierten Gebäude sind weitgehend im Originalzustand erhalten, aber nicht auf einer Denkmalliste eingetragen. Die schwarz markierten Bauten sind bereits abgerissen.

Teil des Projekts war die Einrichtung des Hashtags #SOSBrutalism, der verwendet wird, um über Facebook, Twitter, Tumblr und Instagram mit anderen Initiativen Kontakt aufzunehmen, die sich ebenfalls der Erforschung und dem Erhalt brutalistischer Bauten widmen. Auf diese Weise entsteht ein weltweites Kampagnen-Netzwerk, das auch über das Internet hinaus Wirkungen zeigt. Zu den ersten Erfolgen dieser Vernetzung zählt die Unterstützung für ein Kulturzentrum im österreichischen Mattersburg. Durch Kontakte zu Journalisten in Wien gelang es, das Bauwerk und die lokale Denkmalschutzinitiative als Thema eines großen Artikels in der Wiener Tageszeitung „Der Standard“ zu lancieren. Dadurch wurde bei den Entscheidungsträgern vor Ort ein Bewusstsein für die Qualität der skulpturalen Sichtbetonarchitektur geschaffen, ohne die ein Erhalt kaum möglich wäre.

In einem nächsten Schritt erfolgt die Identifizierung regionaler Schwerpunkte und die Auswahl der Bauten für die Publikation. Diese werden mit historischen aber auch mit aktuellen Fotos portraitiert, um ihren Erhaltungszustand zu dokumentieren. Auf diese Weise wird ein weltweiter Kanon brutalistischer Bauten geformt und zur Diskussion gestellt. Die Frage, wie der Brutalismus definiert werden kann, soll ebenso behandelt werden wie Strategien der Denkmalerhaltung.

 

SOS Brutalism – Save the Concrete Monsters! Deutsches Architekturmuseum                                   7.10.2017 – 2.4.2018

Erstmals wird die brutalistische Architektur der 1950er bis 1970er Jahre im weltweiten Überblick gezeigt. Der Begriff Brutalismus bezieht sich nicht auf das Wort „brutal“, sondern auf „béton brut“, den französischen Ausdruck für Sichtbeton. Brutalistische Architektur zelebriert das Rohe, die nackte Konstruktion und ist enorm fotogen. Viele sehen darin jedoch Betonmonster, über die man leidenschaftlich streiten kann. Die oft spektakulär-expressiven Bauten entstanden in einer Zeit der Experimente und des gesellschaftlichen Aufbruchs. Heute droht etlichen der Abriss. Die Rettungskampagne #SOSBrutalism mit einer Datenbank zu über 1000 Bauten erweitert daher die Ausstellung ins Internet. Im DAM werden in ungewöhnlich großen Modellen und Betongüssen viele Neuentdeckungen präsentiert, darunter Bauten aus Japan, Brasilien, dem ehemaligen Jugoslawien, Israel und Großbritannien, wo der New Brutalism von Alison und Peter Smithson erfunden wurde.“

Eröffnung: 6. Oktober 2017, 19 Uhr, Deutsches Architekturmuseum (DAM), Frankfurt am Main. Es erscheint eine Publikation zur Eröffnung. Weitere Informationen zur Ausstellung hier

#SOSBrutalismus in den Medien

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
2015 –Deutsches Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt: Oliver Elser, Peter Cachola Schmal, Felix Torkar, Tiziana Agus, Felix Tauber, Lillith Kreiß, Lisa Katzenberger – Unterstützt durch: uncube magazine