SOS Brutalismus – Rettet die Betonmonster – #SOSBrutalism

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Im Oktober 2015 starteten das Deutsche Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt a. M. und die Wüstenrot Stiftung, unterstützt von uncube, gemeinsam das Projekt „SOS Brutalismus“. Ziel des Projekts: Schaff ung einer internationalen Bestandsaufnahme zum Brutalismus in der Architektur im Internet, als gedruckte Publikation und in Form einer großen Ausstellung, um das Denkmalbewusstsein für brutalistische Bauten zu aktivieren und die Forschung zum Brutalismus fortzuführen. Das Projekt knüpft damit direkt an den durch die Wüstenrot Stiftung und das Karlsruher Institut für Technologie durchgeführten internationalen Brutalismus-Kongress 2012 in Berlin an.

Brutalismus – dieser Begriff bezieht sich nicht auf das Wort „brutal“, sondern auf „béton brut“, den französischen Ausdruck für Sichtbeton. Die oft spektakulär-expressiven Bauten entstanden in einer Zeit der Experimente und des gesellschaftlichen Aufbruchs. Heute droht etlichen der Abriss.

Die Website

Das Projekt begann mit einer Onlinekampagne für die weltweit von Abriss und Umgestaltung bedrohte brutalistische Architektur. Mittlerweile zeigt die Website www.sosbrutalism.org mehr als 1.000 Bauten, die sich dem Brutalismus zuordnen lassen oder als Vorläufer gelten können. Sie sind nach dem Vorbild eines Artenschutzprojekts in verschiedene Gefährdungsstufen gegliedert: Eine „rote Liste“ versammelt Bauten, die unmittelbar von Zerstörung bedroht sind. Blau markiert sind alle vorläufi g „geretteten“, also bereits sanierten oder zumindest unter Denkmalschutz stehenden Bauten. Grau markierte Gebäude sind weitgehend im Originalzustand erhalten, aber nicht auf einer Denkmalliste eingetragen. Schwarz markierte Bauten sind bereits abgerissen.

Durch die zusätzliche Einrichtung des Hashtags #SOSBrutalism, wurde über Facebook, Twitter, Tumblr und Instagram mit anderen Initiativen und einer weltweiten Brutalismus-Community Kontakt aufgenommen, die sich ebenfalls der Erforschung und dem Erhalt brutalistischer Bauten widmen. Es entstand ein weltweites Netzwerk, das auch über das Internet hinaus Wirkung zeigt.

Die Ausstellung

In der am 08.11.2017 eröffneten Ausstellung „SOS BRUTALISM – Save the Concrete Monsters!“ im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt a. M. wurde auf dieser digitalen Sammlung aufbauend erstmals, u. a. mit großen Betonguss und Pappkartonmodellen zur Veranschaulichung, die brutalistische Architektur der 1950er- bis 1970er-Jahre im weltweiten Überblick gezeigt. Die Ausstellung erzielte nicht nur hohe Besucherzahlen, sondern stieß auch medial umfangreiche Diskussionen über den denkmalpflegerischen Erhaltungswert brutalistischer Bauten an. Kurator der Ausstellung war Oliver Elser, kuratorischer Assistent Felix Torkar.

Die Publikation

Parallel zur Ausstellung erfolgten die Identifizierung regionaler Schwerpunkte und eine Auswahl von Bauten für eine umfangreiche Publikation. Die ausgewählten Bauten wurden mit historischen und aktuellen Fotos porträtiert, um ihren Erhaltungszustand zu dokumentieren. Ein weltweiter Kanon brutalistischer Bauten wurde geformt – und zur Diskussion gestellt. Die Frage, wie der Brutalismus definiert werden kann, wird in dem Katalog ebenso behandelt wie Strategien der Denkmalerhaltung. Der Katalog wird ergänzt durch die Ergebnisse des internationalen Symposiums des Brutalismus-Kongress in Berlin, den die Wüstenrot Stiftung und das Karlsruher Institut für Technologie im Jahr 2012 durchgeführt haben.

Das Projekt in den Medien

Pressematerial

Weitere Informationen und Fotos finden Sie hier

Projektlaufzeit:Kooperationspartner:
2012 – 2018Deutsches Architekturmuseum (DAM),
Frankfurt a. M.: Oliver Elser, Peter Cachola Schmal, Felix
Torkar, Maximilian Liesner, Tiziana Agus, Lisa Katzenberger,
Lillith Kreiß, Miriam Kremser, Elena Melnikow-Schneidmiller,
Felix Tauber; unterstützt durch: uncube magazine