In den letzten Jahrzehnten haben sich die Lebens-, Wirtschafts- und Organisationsformen in Deutschland und in Europa erheblich verändert. Diese Veränderungen erfordern inzwischen auch neue Richtlinien in der räumlich-baulichen Konzeption und Organisation der dazu passenden Gebäude. Zu beobachten ist dies in nahezu allen Lebensbereichen, beispielsweise in einer gewandelten Nachfrage nach differenzierten Wohnungen und Wohngebäuden, in modifizierten Anforderungen an die Gestaltung von Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen oder in den Auswirkungen neuer Konsum- und Freizeitmuster auf Gebäude und öffentliche Räume. Besonders auffällig werden die Veränderungen an neuen Kombinationen unterschiedlicher Gebäudenutzungen, an veränderten Nutzungszyklen und an den Verbindungen von Wohnen mit modernen, leicht integrierbaren Dienstleistungen.

Aufgrund dieser Veränderungen in einem durch internationale Einflüsse und Marktorientierungen zugleich immer dynamischer werdenden Umfeld greifen die klassische Gebäudelehre und damit auch die herkömmliche Vermittlung von Raum- und Organisationskonzepten nur noch begrenzt. An ihrer Stelle treten die in den Räumen und Gebäuden ausgeübten Tätigkeiten stärker in den Vordergrund.