Denkmalprogramm: Einführung

Die sanierte Aula der Kunsthochschule Weißensee (Foto: Philipp Lohöfener © Wüstenrot Stiftung)

Die Aula und das Foyer der Weißensee Kunsthochschule Berlin wurden im Rahmen des Denkmalprogramms der Wüstenrot Stiftung saniert (Foto: Philipp Lohöfener © Wüstenrot Stiftung)

Im Rahmen ihres Denkmalprogramms setzt die Wüstenrot Stiftung wertvolle Denkmale instand und gibt ihnen damit eine Zukunft. Das Programm wird ergänzt durch die systematische Suche nach neuen denkmalpflegerisch relevanten Erkenntnissen sowie deren Dokumentation und Veröffentlichung.

Die Wüstenrot Stiftung schafft auch Wertschätzung für Denkmale, die noch nicht im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit stehen. Dies sind z. B. Denkmale aus der Zeit nach 1945, mit denen die Gesellschaft noch hadert, die keine breite Lobby haben – und deshalb am stärksten gefährdet sind.

Um höchste Qualität beim denkmalpflegerischen Umgang mit historischen Bauwerken sicherstellen zu können, tritt die Wüstenrot Stiftung nicht nur als Geldgeber, sondern auch als verantwortlicher Projektträger und Bauherr auf – allein oder zusammen mit dem Denkmaleigentümer, der nach Abschluss der Maßnahmen für die nachhaltige und denkmalgerechte Nutzung und Zugänglichkeit des Denkmals verantwortlich ist.

Die Wüstenrot Stiftung ist einem Denkmalbegriff verpflichtet, der sich an der geschichtlich geprägten Substanz orientiert und die Bau- und Nutzungsgeschichte sowie die Qualitäten der ursprünglichen Substanz des Vorgefundenen ernst nimmt. Die Schaffung von Abbildern oder die Rekonstruktion utopischer Originalzustände ist nicht ihr Ziel.

Bereits fertiggestellte Denkmalprojekte des 20. Jahrhunderts sind die Geschwister-Scholl-Schule von Hans Scharoun in Lünen, die Aula und das Foyer der Weißensee Kunsthochschule von Selman Selmanagić in Berlin, der Kanzlerbungalow von Sep Ruf in Bonn, das Doppelhaus von Le Corbusier in der Weißenhofsiedlung in Stuttgart, die Pensionshäuser von Heinrich Tessenow in Dresden-Hellerau, das Meisterhaus Muche/Schlemmer von Walter Gropius in Dessau, das Haus Schminke von Hans Scharoun in Löbau, der Einsteinturm von Erich Mendelsohn in Potsdam sowie das Stadtbad von Wilhelm Jost in Halle.

Bereits fertiggestellte Denkmalprojekte früherer Jahrhunderte sind das Stipendiatenhaus (Anna-Vorwerk-Haus) der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel, das Bugenhagenhaus in Wittenberg, das Biblische Haus in Görlitz, der Wordspeicher in Quedlinburg, das Marientor in Naumburg, das Frommannsche Anwesen in Jena, das Jan Bouman Haus im Holländischen Viertel von Potsdam, das Schabbellhaus in Wismar und die Fürstengruft in Weimar.

Die Wüstenrot Stiftung wird bei ihrem Denkmalprogramm von einem wissenschaftlichen Beirat unterstützt. Diesem gehören Berthold Burkhardt, Adrian von Buttlar und Kerstin Wittmann-Englert an. Zuvor gehörten dem Beirat August Gebeßler (†) und Norbert Huse (†) an.